Die Vielfalt Mönchengladbacher Sportgeschichte in einem Buch

„Sport in der Sportstadt Mönchengladbach gestern und heute“

Einem bisher weitgehend vernachlässigten Kapitel der Mönchengladbacher Stadtgeschichte widmet sich Stefan Lamertz. Es handelt sich um eine zusammenfassende Darstellung der Entwicklung des Sports in Mönchengladbach, die ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, doch einen informativen Überblick über die wesentlichen Aspekte des Sportgeschehens gibt. „Angefangen hat alles vor rund 10 Jahren. Da habe ich noch für den Stadtsportbund in Mönchengladbach gearbeitet und habe für ein Jubiläum etwas im Stadtarchiv suchen müssen. Damals regte der frühere Leiter Christian Wolfsberger an, dass ich doch auch ein Buch schreiben könne.“
Das hat Lamertz dann Stück für Stück auch in Angriff genommen. Dabei ist ein Buch entstanden, dass neben den geschichtlichen Zusammenhängen vor allem auch eines besonders zeigt: Sport in Mönchengladbach ist schon seit jeher Vielfalt.
Ausgehend von der Turnbewegung Friedrich Ludwig Jahns, die vor allem politische Ziele verfolgte, und die zur Gründung erster Turnvereine in Rheydt, M.Gladbach und Odenkirchen gegen Ende der 1840er Jahre führte, werden in mehreren chronologisch geordneten Kapiteln die Entwicklung des Sports im Kaiserreich, nach dem Ersten Weltkrieg und im Dritten Reich, nach dem Zweiten Weltkrieg und in der seit 1975 existierenden neuen Großstadt Mönchengladbach geschildert. Zwischen den einzelnen Kapiteln behandeln kurze Einschübe wie „Entwicklung Mönchengladbachs zwischen 1814 und 1870“ oder „Mönchengladbach im und nach dem Ersten Weltkrieg“ die wesentlichen historischen Vorkommnisse, um das Sportgeschehen in die allgemeine Entwicklung einzubetten.
Der derzeitige Leiter des Stadtarchivs Dr.Dr. Helge Kleifeld beschreibt dabei, dass auch die Arbeit an dem Buch etwas Sportliches hatte: „Als Herr Lamertz dann zu mir kam, war die inhaltliche Arbeit wirklich schon weit fortgeschritten. Einen Großteil der Langstrecke hatte er schon einmal geschafft. Der letzte Abschnitt ist dann noch einmal hart.  Dann kommen noch einmal viele Aufgaben auf einen zu, die einem nicht direkt bewusst sind, wenn man ein Buch veröffentlichen möchte. Doch auch auf den letzten anstrengenden Metern hat er sich noch durchgebissen und das wirklich gut gemacht.“ Und dabei habe ihn das Stadtarchiv sowie bei der Herausgabe gerne unterstützt.   
Lamertz nimmt in seiner Betrachtung vor allem die vier Hauptsportarten in Augenschein: Fußball, Leichtathletik, Schwimmen, Handball. Der vielfältigen Mönchengladbacher Sportlandschaft entsprechend werden daneben auch Sportarten wie Tischtennis, Radsport, Boxen, Volleyball, Billard oder die um 1960 populär werdenden asiatischen Sportarten Judo und Karate berücksichtigt. Ebenso wird des Sportstättenbaus gedacht, etwa der Jahnhalle oder des Zentralbads – und auch der Aufgabe von Sportstätten wie der Radrennbahn Volksgarten oder des Freibads Beller Mühle in Odenkirchen. Den Kommerzialisierungstendenzen des Sports begegnete die Breitensportbewegung, etwa die Aktion Trimm dich. 
Das reich bebilderte Buch Lamertz‘ stellt eine Fundgrube für alle an Sport und Sportpolitik in Mönchengladbach Interessierte dar, finden sich hier doch zahlreiche Informationen auf knappem Raum, die sonst nicht leicht zugänglich sind: Was weiß man schon über die Bildung von Sportausschüssen in Rheydt, M.Gladbach oder Wickrath? Wem sind die Namen der Sportausschuss-Vorsitzenden oder der Sportamtsleiter geläufig? Wer verfügt über Daten zur Entwicklung des Stadtsportbundes? Dies alles und noch viel mehr ist in der vorliegenden kompakten und übersichtlich gegliederten Arbeit nachzulesen, die das Ergebnis jahrelanger Recherchetätigkeit ist. 
 
Stefan Lamertz, Sport in der Sportstadt Mönchengladbach gestern und heute (Beiträge zur Geschichte der Stadt Mönchengladbach 59), herausgegeben von Helge Kleifeld, Mönchengladbach 2021, Verlag akadpress, 171 Seiten. ISBN 978-3-939 413-65-3, 20 €, www.akadpress.de/akadshop oder bestellung@akadpress.de.